#6: Von der Gedächtnisforschung, Zeit-Raum-Geografie und rückwärtigen Zeitbefragungen, mit Angela Melitopoulos, 08.01.2018

Die interdisziplinär agierende Künstlerin Angela Melitopoulos arbeitet verstärkt im Feld der künstlerischen Forschung. In ihren Videoinstallationen werden die zeitlichen medienspezischen Relevanzen von Video ebenso verhandelt, wie seine philosophische Beziehung zu Subjektivität, Gedächtnisarbeit und Geografie. Sie untersucht über ihre künstlerische Praxis politische Geografien und setzt sich mit Erinnerungslandschaften des 20. Jahrhunderts auseinander, sowie dem kollektiven Gedächtnis der imperialen Gewalt und des Faschismus. In ihrem Vortrag an der GfZK werden Beispiele kartografischer Praxis von Fernand Deligny gezeigt, aber auch Ausschnitte aus dem dem audiovisuellen Rechercheprojekt Assemblages und dem Projekt Crossings, das bei der documenta14 präsentiert wurde. In dieser wird das Schicksal von Geflüchteten verhandelt – auch die Vorfahren der Künstlerin kamen aus der Türkei nach Griechenland bzw. wurden sie dorthin deportiert. Ihre eigene Vergangenheit griff Melitopoulos 1999 dezidiert in der Videoarbeit Passing drama auf, wohingegen in Crossings der Bogen zu den syrischen Flüchtlingen gespannt wurde, die in Griechenland „stranden“ und folglich häufig heftigen Traumata ausgesetzt sind. Die Mehrkanal-Video und Audioinstallation, setzt das Flüchtlingsdrama mit der griechischen Wirtschaftskrise ins Verhältnis. Bilder von Goldminen in Griechenland sind zu sehen, wie auch nachdrückliche Videobilder aus den Flüchtlingslagern auf Piräus oder Lesbos.

Angela Melitopoulos

Die Künstlerin wird im Anschluß für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Der Beginn der Veranstaltung ist 19 Uhr, der Veranstaltungsort die GfZK Leipzig (Auditorium).

Die Veranstaltung ist hier auf Facebook vertreten.

Sämtliche Bildrechte liegen bei der Künstlerin.

 

 

 

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